Glossar
Kurze Erklärungen zu gängigen Netzwerkbegriffen.
ASN (Autonomous System Number)
Numerische Kennung eines Netzwerks im Internet, meist ISP oder große Organisation.
Warum es wichtig ist: Hilft, Routing und Eigentümerschaft eines IP-Blocks nachzuvollziehen.
Häufiges Missverständnis: Kein eindeutiger Firmen-ID; eine Organisation kann mehrere ASN haben.
Beispiel: AS13335 (Cloudflare).
ISP (Internet Service Provider)
Das Unternehmen, das für eine IP den Zugang bereitstellt.
Warum es wichtig ist: Der ISP-Typ beeinflusst Latenz, Reputation und Zugriffspolitiken.
Häufiges Missverständnis: Der ISP ist nicht immer der Endnutzer; es kann ein Reseller oder Carrier sein.
Beispiel: Telekom, AT&T.
Organisation
Die Einheit, die den IP-Block besitzt oder verwaltet.
Warum es wichtig ist: Zeigt, wer das Netzwerk kontrolliert und wofür es typischerweise genutzt wird.
Häufiges Missverständnis: Kann vom ISP oder tatsächlichen Nutzer abweichen.
Beispiel: Eine Universität oder ein Cloud-Anbieter.
Reverse DNS
Hostname, der einer IP über PTR-Records zugeordnet wird.
Warum es wichtig ist: Wird zur Mail-Validierung und Dienstidentifikation genutzt.
Häufiges Missverständnis: Reverse DNS beweist weder Eigentümerschaft noch Identität.
Beispiel: 1.0.0.127.in-addr.arpa -> localhost.
CAA (Certificate Authority Authorization)
DNS-Record, der festlegt, welche CAs TLS-Zertifikate ausstellen dürfen.
Warum es wichtig ist: Hilft, unautorisierte Ausstellung zu verhindern.
Häufiges Missverständnis: CAA verschlüsselt nicht den Verkehr, es beschränkt nur die Ausstellung.
Beispiel: CAA 0 issue "letsencrypt.org".
CDN (Content Delivery Network)
Verteiltes Netzwerk, das Inhalte näher am Nutzer ausliefert.
Warum es wichtig ist: Kann den scheinbaren IP-Standort und die Performance verändern.
Häufiges Missverständnis: CDN-IPs verraten nicht zwingend den Ursprungsserver.
Beispiel: Cloudflare-Edge-Knoten.
Tor-Exit-Node
Öffentlicher Ausgangspunkt des Tor-Netzwerks.
Warum es wichtig ist: Wird wegen Missbrauchsrisiko oft markiert.
Häufiges Missverständnis: Ein Exit-Node identifiziert den Nutzer nicht; er verschleiert ihn.
Beispiel: Eine IP, die Tor für den Zugriff nutzt.
VPN (Virtual Private Network)
Tunnel, der den Traffic über ein anderes Netzwerk leitet.
Warum es wichtig ist: Kann Standort maskieren und IP-Reputation ändern.
Häufiges Missverständnis: VPNs garantieren nicht automatisch Anonymität oder Sicherheit.
Beispiel: Unternehmens-VPN-Gateway.
Proxy
Vermittler-Server, der Traffic für den Client weiterleitet.
Warum es wichtig ist: Kann IP-Reputation und Zugriffsregeln beeinflussen.
Häufiges Missverständnis: Nicht alle Proxys sind anonym; viele fügen Header hinzu.
Beispiel: Firmen-Forward-Proxy.
CGNAT
Carrier-Grade NAT, das eine öffentliche IP mit vielen Nutzern teilt.
Warum es wichtig ist: Kann geteilte Reputation und Port-Limits verursachen.
Häufiges Missverständnis: CGNAT bedeutet nicht, dass VPN oder Proxy genutzt wird.
Beispiel: Häufig in Mobilfunknetzen.
IPv4
32-Bit-Adressformat des Internetprotokolls.
Warum es wichtig ist: Noch weit verbreitet, aber knapp.
Häufiges Missverständnis: IPv4 ist nicht grundsätzlich unsicherer; es ist nur älter.
Beispiel: 8.8.8.8.
IPv6
128-Bit-Adressformat des Internetprotokolls.
Warum es wichtig ist: Bietet mehr Adressen und kann Routing ändern.
Häufiges Missverständnis: IPv6 ist nicht immer aktiviert, auch wenn unterstützt.
Beispiel: 2001:4860:4860::8888.
RTT / Latenz
Zeit für Hin- und Rückweg eines Pakets.
Warum es wichtig ist: Hohe RTT beeinträchtigt Reaktionszeit und Timeouts.
Häufiges Missverständnis: Niedrige RTT garantiert keine hohe Bandbreite.
Beispiel: 20 ms zu einem nahen Server.
Paketverlust
Anteil der Pakete, die ihr Ziel nicht erreichen.
Warum es wichtig ist: Schon geringe Verluste stören Echtzeitverkehr.
Häufiges Missverständnis: Verlust liegt nicht nur an Entfernung; auch Stau verursacht ihn.
Beispiel: 2 % Verlust im ausgelasteten WLAN.
Hosting / Rechenzentrum
IPs von Cloud- oder Rechenzentrumsanbietern.
Warum es wichtig ist: Werden häufig anders bewertet und limitiert.
Häufiges Missverständnis: Rechenzentrums-IPs sind nicht automatisch schlecht.
Beispiel: AWS, Google Cloud, Azure.
Residential-IP
IP, die privaten Haushalten oder Mobilkunden zugewiesen ist.
Warum es wichtig ist: Wird oft als vertrauenswürdiger für Alltagszugriffe angesehen.
Häufiges Missverständnis: Residential-IPs können trotzdem geteilt oder proxifiziert sein.
Beispiel: Heimischer Glasfaseranschluss.